Verzicht unmöglich

Wir können nicht mehr verzichten. Haben es verlernt. Wir möchten nehmen, wir möchten haben. Am besten alles und das sofort.

Man könnte auch sagen, wir haften an. Und alles, was gekauft werden kann, haftet sich an uns an, sobald wir es sehen.

Eigentlich nicht weiter schlimm. Es mangelt an nichts, alles fliegt zu, es braucht nur ein paar kleine Scheine oder Metallplättchen und zack – schon ist es da. Hedonismus ist nicht nur ein Wort, er ist unsere Realität.

Auch das wäre nicht weiter schlimm, würde es niemandem schaden.

Und hier fängt die Sache an, unangenehm zu werden. Da schaltet das Hirn ab, es wird erkennbar, dass das Wollen in uns große Macht besitzt. Das Wollen scheint nämlich untrennbar mit dem Verdrängen verbunden zu sein – wer viel will, dessen Fähigkeit dazu steigt ins Unermessliche.

Wir wollen Fleisch essen, also verdrängen wir das Morden. Wir wollen mobil sein, also verdrängen wir, dass wir die Atmosphäre verpesten. Wir wollen, dass alles billig ist, also verdrängen wir die unmenschlichen Produktionsbedingungen. Wir wollen es einfach haben, also benutzen wir Unmengen von Plastik und verdrängen die Schadstoffe darin und den Müll, der daraus entsteht.

Allein uns ändern, das wollen wir nicht.

Und das ist schade, denn die Änderung unserer Gewohnheiten ist die einzige Chance, die einzige Möglichkeit, zu einem gemeinsamen Nenner zu finden. Die einzige Möglichkeit, eine Balance zwischen unseren Bedürfnissen und denen des Rests der Welt zu erreichen.

Ihr Lapideus

Max und Jonas

Max und Jonas waren Kumpel.
Echte Freunde, nicht zu trennen.
Alles machten sie zu zweit,
spielen und um die Wette rennen,
Klaras kleinen Dackel jagen,
blind was am Geräusch erkennen,
hundert dumme Dinge nennen
oder vielleicht mehr.

Eines Tages, es war Frühling,
sagte Max zu Jonas: “Du,
ich glaub ich hab die Klara gern.
Denn mir geht’s schlecht,
ist sie mir fern.
Und wenn sie nah ist,
bin ich froh
und glücklich immerzu.
Sag mir Jonas: Wen magst du?

Jonas, flüsternd: “Ich mag dich, Max.
Wollte es dir immer sagen.
Lieb dich eine Ewigkeit,
hör mein Herz schon lange klagen,
hab den Mut doch nie gefunden,
Angst war mir ein Stein im Magen.
Kannst du was ich sag ertragen
oder vielleicht mehr?

Max ging schweigend aus dem Zimmer,
Jonas blieb allein zurück.
Er hatte Max so schrecklich gern,
Denn ihm ging’s schlecht,
war er ihm fern.
Und wenn Max nah war,
war er froh
und glücklich immerzu.
Sein Herz fragte: Wen magst du?

Jonas zeigte, wie er fühlte,
wollte sich nicht mehr belügen.
Einer sprach: “Gott wird dich strafen,
Sünde nennt sich solch Vergnügen.”
Einer sprach: “Du wirst nie Vater,
dafür kannst du nie genügen.
Musst dich unsren Normen fügen
oder vielleicht mehr.”

Jonas weinte sehr.
Oder vielleicht mehr.

Tage später, es war Abend,
Max bat Jonas, sich zu setzen.
Sagte: “Jonas, bitte glaub mir,
wollte niemals dich verletzen.
Hör nicht drauf was andre sagen,
lass sie sticheln, lass sie hetzen.
Lass dir nicht dein Herz zerfetzen
oder vielleicht mehr.”

Max nahm Jonas’ Hand in seine,
sah ihn an und sagte dann:
“Ich habe dich so schrecklich gern,
denn mir geht’s schlecht,
bist du mir fern.
Und wenn du nah bist,
bin ich froh
und glücklich immerzu.
Der, den ich mag, bist du!”

Das Ende der Höflichkeit

In letzter Zeit ist mir eine Frage immer wieder über den Weg gelaufen. Sie lautet: In welcher Intensität will ich meine Meinung äußern? Oder anders gesagt: Wie unhöflich und überheblich gestatte ich mir zu sein?

Ich bin ja von Natur aus ein eher freundliches Bürschchen. Man könnte fast meinen, ich wäre harmoniebedürftig. Und ja: Ich habe es gern, wenn alle lieb zueinander sind.

Selbst wenn eine Diskussion im Gange ist, und ich Teil ebenjener bin, dann entlockt man mir nicht so schnell derbe Worte, von hoher Lautstärke ganz zu schweigen.

Doch dann sind da diese Themen. Diese Themen, die mich bewegen, die mir im Innersten ein Anliegen sind, wo es mir in den Eingeweiden schmerzt, wenn jemand etwas sagt, das meinen Überzeugungen und meinem Wissen zutiefst entgegenläuft.

Und dann will ich aufspringen und denjenigen anschreien, ihn zur Schnecke machen, ihn fragen, auf welcher Droge er eigentlich unterwegs ist, was er geraucht hat, warum er zur Hölle nur so eine blöde Ansicht haben kann.

Tu ich aber natürlich nicht. Der andere macht es ja auch nicht, hat dabei aber vielleicht eine ebenso starke Meinung wie ich. Nur mit umgekehrten Vorzeichen eben.

Man kann schon sehen: Ich stecke fest. Was kann ich also tun, außer an der Situation zu verzweifeln?

Ich kann das Ende der Höflichkeit einläuten. Nicht das Ende des Reflektierens, des Prüfens, nein – wohl aber das Ende des freundlichen Nickens und des Versuchs, zu einem kleinsten gemeinsamen Nenner zu kommen.

Doch verstehen Sie mich nicht falsch. Ich werde nicht wütend um mich herumschlagen. Ich werde aber auch nicht damit fortfahren, mich in stundenlangen Gesprächen mit Andersdenkenden zu ergehen, um sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Ich werde die Schnauze halten. Und dann werde ich schreien. So leise und durchdringend wie ich nur kann.

Auf Papier.

Ihr Lapideus

 

Brot und Spiele

Wir werden überschwemmt, überflutet. Zugeschüttet mit Informationen, die die Wirklichkeit vernebeln. Mit Bildern, Videos, Ergebnissen, Veranstaltungen, die uns davon abhalten, die wahre Natur der Welt zu sehen und zu verstehen.

Sportveranstaltungen, die lange schon nicht mehr als solche zu bezeichnen sind, lenken uns vom Elend ab, gaukeln uns eine heile Welt vor, die insbesondere dann eine lebenswerte sei, wenn wir die während der Pause angepriesenen Produkte konsumieren.

Sternchen werden ins Rampenlicht gestellt, auf dass sie sich mit allerlei Ungeziefer das von Kaviar verwöhnte Bäuchlein vollschlagen, auf dass sie die daheim vor dem Fernseher Sitzenden belustigen, auf dass man sich über sie blendend amüsieren und sich gut fühlen kann, weil Mutter Erniedrigung ihrem Töchterlein Schadenfreude nur allzu gern über den Kopf streicht.

Fernsehköche braten, kochen, dünsten. Fernsehrichter urteilen, belehren, moralisieren. Fernsehköniginnen kaufen, kaufen, kaufen. Und die Models glauben, sie seien schöne Frauen von Welt, obwohl sie nichts weiter sind als schamlos ausgebeutete magersüchtige Kinder.

Brot und Spiele – das ist die Welt, in der wir leben. Eine ungerechte, und damit unreife Welt.

In der die Reichen reicher werden.
In der die Armen und die Rechtlosen qualvoll sterben.

Ihr Lapideus

 

Die Leiden eines Vegetariers

Ich bin kein Heiliger. Ich habe, konditioniert und unreflektiert wie ich nun mal war, 35 Jahre lang Fleisch konsumiert. Ich schäme mich dafür, aber es ist nicht mehr zu ändern.

Doch ich habe einen Schlussstrich gezogen: im letzten Jahr bin ich zunächst Vegetarier und dann Veganer geworden. Meinetwegen soll kein Tier mehr den Tod finden.

Die Umstellung war ein Lernprozess. Ich habe Nahrungsmittel kennen und schätzen gelernt, deren Namen ich zuvor nicht einmal kannte. Ich habe mich recht intensiv mit Fragen der Ernährung beschäftigt. Ich habe mich mit den Philosophien auseinandergesetzt, die hinter Vegetarismus und Veganismus stehen.

Am meisten jedoch habe ich gelernt, nicht zu verzweifeln und nicht bitter zu werden.

Nicht, dass Sie jetzt glauben, ich wäre schlecht behandelt worden oder gar ausgelacht. Keine Spur: Ich wurde nicht gemobbt, nicht beschimpft, nicht geschlagen. Tatsächlich stieß ich da und dort sogar auf Anerkennung.

Woran es aber trotzdem niemals mangelte, waren Kommentare. Unreflektierte, vor Überzeugung strotzende, von Unwissen und/oder Ignoranz durchdrungene und, ja, manchmal auch dumme Kommentare.

Und selbst das wäre nicht weiter schlimm, wenn es nicht auf eindrucksvolle Weise zeigen würde, was in der menschlichen Gesellschaft so furchtbar schiefläuft.

An ein paar Sager kann ich mich erinnern. Ich möchte sie mit Ihnen teilen:

“Und was ist mit den armen Karotten? Die haben doch auch Gefühle!”

“Weil wir Menschen Fleisch essen, ermöglichen wir es vielen Lebewesen ja überhaupt erst, zu existieren. Die wären sonst nie geboren worden.”

“Ich kenne keine Vegetarier, die Tiere wirklich mögen und in Not aufnehmen würden.”

“Die Vegetarier werden nie gewinnen.”

“Hinter Vegetarismus steht ein militantes Dogma.”

Wut und Wahrheit

Zuerst war ich wütend, zugegeben. Dann traurig. Dann frustriert. Wie jemand es eben ist, der eine Wahrheit gefunden hat, die mit Füßen getreten wird.

Ich möchte Sie nicht langweilen, also versuche ich mich kurzzufassen. Fakt ist: wir leben in einer Welt des Anthropozentrismus. Der Mensch ist einzigartig und toll, alles andere minderwertig. Ich halte das für falsch.

Tiere sind leidensfähig. Bereits Schopenhauer hat erkannt, dass Mensch und Tier hierin gleich sind, wenngleich er die Leidensfähigkeit nach Intelligenz abgestuft hat.

Punkt ist: Tiere SIND leidensfähig. Tiere empfinden Schmerz. Säugetiere (zu denen auch das Tier Mensch zählt, bitte nicht vergessen) emfinden zudem Gefühle wie Angst, Zuneigung oder Freude.

Trotzdem sind Tiere in unserer Welt nur Dinge. Sie sind eine Sache, von der wir glauben, dass wir frei über sie verfügen können. Dass wir sie “nutzen” können. Ich halte auch das für falsch.

Ich sage: Die Menschheit betreibt seit langer Zeit (zumindestens seit der Industrialisierung der so genannten “Fleischproduktion”) den größten Massenmord, den diese Welt je gesehen hat. Und falls Sie sich am Wort “Mord” stoßen: wie sonst würden Sie das Töten eines leidensfähigen, Schmerz und Angst empfindenden Lebewesens beschreiben?

Dabei hat der Mensch es schon lange nicht mehr nötig, Fleisch zu essen – es ist genügend pflanzliches Protein für alle da. Und auch alle anderen tierlichen Produkte können problemlos durch pflanzliche ersetzt werden. Wir haben Techniken und Methoden, um uns von tierlichen Produkten vollständig abkoppeln zu können.

Ich bitte Sie, flehe Sie an: Erkennen Sie diese Wahrheiten, die im Gegensatz zu vielen anderen, die Ihnen täglich präsentiert werden, tatsächlich welche sind.

Ihr Lapideus

ps: Zu den obigen Kommentaren das Folgende:
1. Karotten haben kein Nervensystem und somit keine Gefühle.

2. Lebewesen in Gefangenschaft aufzuzüchten um sie nach einem Bruchteil ihrer eigentlichen Lebenserwartung umzubringen kann ja wohl nicht als gute Tat gelten. Verstecken wir uns nicht hinter selbstgefälligen Ausreden.

3. Ich kenne VegetarierInnen und VeganerInnen, die Tiere sehr lieben. Manche von ihnen so sehr, dass sie gegen Gesetze verstoßen und Tiere befreien. Eine ethische Grundhaltung, die einen das Ermorden von Tieren als falsch erachten lässt, hat aber prinzipiell nichts damit zu tun, ob man Tiere mag oder nicht. Interessant hingegen finde ich, dass viele Tierliebhaber ohne mit der Wimper zu zucken Fleisch konsumieren.

4. Das ist kein Krieg. Und wenn es doch einer sein sollte, dann gibt es nur einen Verlierer: die Tiere.

5. Wenn die Achtung vor und die Wertschätzung von Leben ein militantes Dogma ist, dann stimme ich zu.

Globaler Fleischfanatismus

Ich weiche ab. Vom Thema, meine ich. Es geht heute um: Vegetarismus.

Bei unseren Nachbarn in Deutschland gab und gibt es eine Diskussion um den so genannten “Veggie-Day”, ein Vorschlag der Grünen um einen verpflichtenden fleischlosen Tag in Kantinen.

Um ehrlich zu sein: Der Veggie-Day als Politikum ist mir egal und ich werde ihn hier nicht weiter kommentieren. Nicht egal sind mir jedoch die Argumente, die gebracht werden, und die Reaktionen auf dieses Thema.

Wenn man sich die Schlagwörter in den Medien ansieht, dann sieht das etwa folgendermaßen aus: Es geht um “unsoziale Fleischproduktion”, um “Klimaschädigung”, um “Gesundheitsgefährdung”. Das sind die Aufmacher, darüber wird diskutiert.

Fällt Ihnen etwas auf?

Es geht nicht um die Tiere. In keinem Satz. Dass Tiere getötet werden, um die Ernährungsgelüste des Menschen zu befriedigen, wird nicht erwähnt. Und ich bin mir sicher: Nicht aus Bosheit. Es muss wohl Ignoranz sein.

Nun werden Sie, sofern Sie überzeugter Fleischesser sind, vielleicht auf die Barrikaden steigen und sagen: Lapideus, Sie Idiot, Sie sind ja wohl so ein weltverbesserischer Gutmensch, ein tumber Tor, ein tiervernarrter Fanatiker.

Darauf muss ich antworten: Nein, das bin ich nicht. Ich bin (leider) noch nicht lange Vegetarier. Ich habe den Großteil meines Lebens Fleisch gegessen, hoffe aber, den größeren Teil meines Lebens noch vor mir zu haben, und ich verspreche, dass ich diesen fleisch- (Ernährung) und lederlos (Kleidung) verbringen werde. Ob ich es zum Veganer schaffe, weiß ich noch nicht.

Und wirklich: Ich bin kein Fanatiker. Ich bin ein äußerst rationaler Mensch. Ich habe lange und gründlich nachgedacht, bevor ich mich entschlossen habe, kein Fleisch mehr zu konsumieren.

Das Thema dabei war aber nicht meine Gesundheit. Auch nicht die unsozialen Verhältnisse oder die klimaschädlichen Bedingungen, die sich hinter dem schrecklichen Wort “Fleischproduktion” verstecken. Alles gute Gründe, aber nicht, worum es mir primär ging und geht.

Mein Beweggrund: Ich wollte einfach nicht, dass noch mehr Tiere meinetwegen getötet werden. Ich selbst könnte niemals eine Kuh umbringen. Kein Huhn. Nicht einmal eine Maus. Ich will das nicht, ich werde es nie tun. Aber wie sollte ich dann vor mir rechtfertigen, die zu einem Burger verarbeiteten Teile eines Rindes zu verspeisen? Oder die irgendeines anderen Tieres?

Ja, der Mensch steht an der Spitze der Nahrungskette. Die Position hat er sich erjagt, erkämpft, ertötet, erindustrialisiert. Ohne Zweifel. Aber es gibt keinen Grund, dass er dort stehen bleibt. Er kann die Nahrungskette verlassen, außerhalb stehen, sich anders ernähren. Allein, er tut es nicht. Warum? Weil es ihm schmeckt. Ich glaube, so simpel ist es.

Globaler Fanatismus

Vielleicht ist das Wort Fanatismus verfehlt, aber da es in Richtung der Vegetarier und Veganer doch recht häufig gebraucht wird, verwende ich es an dieser Stelle (ich habe das auch bereits in einigen Tweets getan). Ich behaupte also: Was den Fleischkonsum und das Töten von Tieren betrifft, leben wir in einer Welt des globalen Fanatismus. Er fällt nicht wirklich auf. Aber er ist da, hat die Gesellschaft durchdrungen. Die Mehrheit der Weltbevölkerung nimmt Teil – alle sind Fanatiker, ohne es zu wissen.

Warum? Sehen Sie sich bitte die Zahlen auf http://de.wikipedia.org/wiki/Viehwirtschaft an. Sie werden feststellen, dass allein in den Top 10 “Fleisch produzierenden” Staaten jährlich etwa 172 Millionen Tonnen Fleisch hergestellt werden (wird natürlich in Tonnen angegeben, nicht in Tieren …). Umgerechnet auf ein Rind von 500 kg wären das 344 Millionen Rinder, die jährlich ihr Leben lassen müssen, um zu Schnitzel, Gulasch oder Steak verarbeitet zu werden – wobei das sicherlich eine Milchmädchenrechnung ist, denn nicht alles vom Tier wird verwertet.

Und jetzt mal ehrlich: Finden Sie das nicht ein bisschen fanatisch? Oder umgekehrt: Finden Sie es wirklich fanatisch, wenn jemand an diesem System nicht teilhaben will und vorschlägt, die Tiere doch bitte in Ruhe zu lassen? Andere Wege zu finden, die durchaus im Rahmen des Möglichen liegen? Und sogar schmecken?

Dabei gehe ich noch nicht einmal soweit, dass ich die Gefühle der Tiere ins Spiel bringe. Oder Tierversuche. Oder Pelzproduktion. Oder das Wort “Tiermord”, das es juristisch gesehen gar nicht gibt, weil Tiere bei uns ja nur eine “Sache” sind, und keine Individuen. (Klingelt vielleicht auch hier die Fanatismusglocke?)

Sukkus

Vielleicht werden Sie mich hassen, wenn Sie diesen Artikel gelesen haben. Vielleicht werden Sie noch immer sagen: Idiot, Weltverbesserer, etc. Vielleicht. Aber ich bitte Sie um Folgendes: Gehen Sie in sich und beantworten Sie ganz ehrlich die Frage, ob Sie das Tier, das Sie verspeisen oder am Körper tragen möchten, töten könnten. Wenn die Antwort “Nein” lautet, dann gehen Sie einen Schritt weiter, indem Sie sich die Frage stellen: Warum bin ich eigentlich kein Vegetarier?

Ihr Lapideus (Vegetarier, kein Fanatiker)

 

 

Musikalische Erkenntnisse

In den letzten drei Monaten habe ich einige Lieder geschrieben, weitere sind in Arbeit. Nicht zuletzt deswegen, weil meine anderen Schreibprojekte aufgrund mangelnder Zeit eingefroren sind. Und ehrlich: Ich habe beim Schreiben schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt wie bei diesen Songs.

Der Grund für den Spaß: Ich habe mich mit verschiedenen Themen zu befassen. Ich will gut texten, eine Geschichte erzählen, Gefühle hervorrufen, muss dabei jedoch kurz und pointiert formulieren. Ich muss mich wieder einmal mit lyrischen Formen auseinandersetzen, darf darüber aber die Musik nicht vergessen. Und ich muss Melodie, Taktart und Begleitung (er)finden.

Hier ein kurzer Überblick über meine Erkenntnisse.

Was zuerst – Text oder Melodie?

Ich habe zu wenige Musikerbiographien gelesen, um wirklich zu wissen, wie andere das machen. Von meiner absoluten Lieblingsband “Genesis” (bin Fan der frühen Phase mit Gabriel und Hackett) weiß ich, dass die Musik häufig bereits im Kasten war, bevor getextet wurde. Wer die Musik von Genesis kennt, wird allerdings wissen, dass sie mitunter sehr komplex ist – also ganz im Gegenteil zu dem, was ich so produziere.

Bei mir auf jeden Fall kommt der Text meistens vor der Musik. Die Gründe dafür sind einfach: a) Der Text ist mir wichtig und nicht nur Transportwerkzeug für die Musik (oder gar für stimmliche Akrobatikübungen), und b) ich bin ein relativ schlechter Musiker – das Schreiben beherrsche ich einfach besser. Meine Herangehensweise: 1. Text, 2. Melodie, 3. Begleitung, 4. Details.

Erkenntnis 1: Ich denke, man sollte mit dem Element beginnen, auf das man den größten Wert legt und/oder das einem mehr liegt – sei es nun Text, Melodie, Beat, was auch immer. Freilich schadet es nicht, auch mal einen anderen Weg einzuschlagen. Im Gegenteil: Das bringt Abwechslung und bewahrt einen davor, immer dasselbe Muster anzuwenden.

Text/Melodie/Lyrische Form

Ich glaube, dass die musikalische Interpretation eines Textes dem Autor recht großen Freiraum lässt. Selbst ein Text ohne perfekte Rhythmik und/oder Reime lässt sich mitunter wunderschön vertonen. Ein ungewöhliches Versmaß, die Kombination mehrerer Versmaße in verschiedenen Abschnitten oder die, übespitzt formuliert, Holprigkeit eines Textes zwingen einen regelrecht dazu, eine geeignete, und damit vemutlich noch nicht von jemand anderem benutzte Melodie zu finden.

Sicher, üblicherweise wird man gut daran tun, ein durchgehendes Versmaß einzuhalten. Aber man muss nicht unbedingt. Und das ist gut so.

Erkenntnis 2: Die Melodie kann Holprigkeiten im Text ausgleichen.

Erkenntnis 3: Einen Text zu vertonen schützt davor, eine bereits bekannte Melodie zu verwenden.

Begleitung

Hier mache ich es mir leicht, denn schwer kann ich es nicht: Ich suche mir die passenden Harmonien bzw. Akkorde auf der Gitarre.

Mir hilft der wohlbekannte Zugang über erste, vierte und fünfte Stufe, also zum Beispiel G, C und D für G-Dur. Mir helfen neben dem offensichtlichen Dur/Moll Akkordvariationen wie Dominantseptakkorde (z.B. G7), Suspended Chords (Sus2, Sus4) und Powerchords, wenns rockig sein soll. Mir hilft es, andere Songs zu analysieren, um zu sehen, welche Akkordwechsel gut funktionieren. Mir hilft es, Spaß am Musizieren zu haben.

Erkenntnis 4: Man muss nicht Musik studiert haben, um Musik zu machen, die von Herzen kommt.

Die Details …

… sind nicht zu unterschätzen. Steht eine Nummer mal auf festen Beinen, wird sie für Hörer erst interessant, wenn sie dynamisch wirkt. Und das tut sie nur, wenn sie es auch ist, wenn sie also Steigerungen, Pausen, Variationen beinhaltet (das gilt natürlich auch für Texte, finden Sie nicht?).

Mein Ansatz für die Details: Mit Menschen spielen, die bessere Musiker sind als ich, und ihre Ideen in die Nummer einfließen lassen. Sicher in der Basis sein (also alles auswendig beherrschen). Jammen, Spaß haben. Hundertmal spielen.

Erkenntnis 5: Sofern man kein musikalisches Genie ist, wird ein Lied erst gut, wenn man andere Musiker einbindet.

Erkenntnis 6: Übung macht wie immer den Meister.

Ihr Lapideus

 

Pause

Ich mache Pause. Ich betreibe dieses Blog nun seit etwa einem Jahr und bin in einer Sackgasse gelandet. Ich weiß nicht, was ich Ihnen noch erzählen könnte. Habe das Gefühl, leer zu sein.

Bis mir eine Idee kommt, bitte ich Sie um Geduld. Es kann eine Weile dauern. Vielleicht werden sich die Artikel dann nicht mehr hauptsächlich um das Thema Schreiben drehen. Wer weiß.

Ich danke Ihnen für Ihre Treue und Ihr Interesse!

Ihr Lapideus

Twitterhymne

Ich hatte bereits ein paar Absätze geschrieben, in denen ich über Facebook und meinen gelöschten Account philosophiere. Doch auch diese Absätze habe ich gelöscht – darin scheine ich derzeit ganz gut zu sein –, denn ich will ja eigentlich nicht über FB schreiben, sondern vielmehr über Twitter.

Ich mach es überhaupt kurz: Was könnte ich in schnöden Artikelabsätzen schon mehr sagen, als ich es in den kommenden Zeilen tue?

Twitterhymne

Twitter, großartiges Twitter! Du ziehst Menschen an, die etwas zu sagen haben, und sich sogar überlegen, wie sie es sagen! Menschen, die nicht ihre Urlaubsfotos teilen oder wie sie gerade in der Unterhose auf der Veranda stehen.

Twitter, unglaubliches Twitter! Du lässt mir die Freiheit zu folgen, wem ich will, zu finden, wen ich will, zu lesen und zu staunen, worüber ich will.

Twitter, weltoffenes Twitter! Du hast die Hashtags! Du bist Plattform für Revolutionen!

Twitter, ehrenwertes Twitter! Du bist Poesie. Du gibst Raum für wahre Kunst, und zwar nicht zu viel und nicht zu wenig, genau 140 Zeichen, perfekt, was zur Hölle will man mehr, alles andere wäre Schwafelei.

Twitter, sch**ßgutes Twitter! Auch du lässt Schwachsinn zu. Und es ist gut so!

Twitter, liebes Twitter! Du müllst mich nicht mit Werbung zu, du entscheidest nicht für mich, was ich wann lesen möchte, und du kennst die Worte “edge” und “ranking” nur aus einer dunklen Sage.

Twitter, ewig währendes Twitter! Du bist ein Ort, an dem sich Menschen mit denselben Interessen tatsächlich finden und austauschen können. Du bist ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, die nichts mit Zufall zu tun haben.

Twitter, teures Twitter! Du tust (noch) nichts Böses mit meinen Daten, nicht zuletzt, weil du kaum welche hast.

Twitter, beständiges Twitter! Bleib so, wie du warst und beschränk dein API nicht zu sehr.

Wir zwitschern uns!

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint am Mittwoch, dem 7.5.2013 um 7:15

 

Wie sich Textversionen verwalten und sichern lassen

Umberto_Boccioni_-_A_strada_entra_nella_casa_k

Umberto BoccioniLa strada entra nella casa / Die Straße dringt in das Haus [Gemeinfrei], via Wikimedia Commons

Ich hatte Sie ja gewarnt: Dieses Mal steht ein Nerd-Thema auf dem Programm. Bevor ich aber ins Detail gehe, möchte ich in meiner Eigenschaft als Gelegenheitsfeigling feststellen, dass ich selbst noch beim Erproben dieser meiner Lösung bin, dass ich mich folglich von jeglicher Schuld freispreche, sollten Sie das hier Beschriebene ausprobieren und dabei auf die eine oder andere Weise scheitern.

Auch vorausschicken möchte ich, dass ich im Rahmen meines Ansatzes Dropbox verwende. Sollten Sie ebenfalls Dropbox benützen wollen, weise ich Sie darauf hin, dass Sie in diesem Fall einen Account anlegen müssen. Ich kann nicht dafür garantieren, was die Leute bei Dropbox mit den hochgeladenen Daten machen oder nicht, dazu lesen Sie bitte deren Datenschutzerklärung. Eine Möglichkeit, um Vorsicht walten zu lassen, wäre Verschlüsselung (z.B. über Truecrypt) – diese Variante werde ich hier aber nicht beschreiben, da zu aufwändig.

Und: Ich erhalte von niemandem Geld, weil ich hier verlinke. Sie können natürlich auf jeden beliebigen Anbieter für Online-Datensicherung zurückgreifen, der Ihnen einfällt. Zur Inspiration ein Link auf Wikipedia. Selbiges gilt auch für Texteditoren, Word-Derivate und Sonstiges. Getestet habe ich jedoch nur die Konfiguration, die ich im Folgenden beschreibe.

Dateiensalat

Nun, endlich, zur Sache. Es geht um die Versionierung von Dateien. Man kann, ob sie es glauben oder nicht, zu diesem Thema ganze Bücher füllen. Das werde ich hier nicht tun. Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.

Ich bin Purist. Um meine Texte zu erstellen, verwende ich am liebsten q10, einen Fullscreen-Editor von Joaquín Bernal (um weitere Programme dieser Art zu finden, geben Sie in Ihrer bevorzugten Suchmaschine einfach “full screen text editor” ein). Und ich speichere die dabei entstehenden Dateien im einfachsten aller Formate ab: als Textfile, Codierung UTF-8.

Nicht, dass Word und Co nicht fantastische Dinge könnten. Auch in Bezug auf die Nachvollziehbarkeit von Änderungen. Doch seien wir uns mal ehrlich: das kann man doch zum Schreiben von Prosa einfach nicht brauchen. Im Gegenteil, Programme wie Word mit all ihrem Schnickschnack lenken ab und beeinträchtigen den kreativen Prozess. Zumindest bei mir ist das so.

Zurück zum Thema. Wenn man viel schreibt (dabei ist es egal, ob man nun eine einzige Datei hat oder viele verschiedene) und wenn man darüber hinaus nicht der Meinung ist, dass gleich beim ersten Wurf alles passt und der Text so stehen gelassen werden kann, wie er ist, dann wird die entsprechende Datei einer großen Zahl von Veränderungen unterliegen. Sie werden mehrere Versionen der Datei haben und die Versionen werden sich unterscheiden.

Wenn es Ihnen geht wie mir, und Sie verwerfen die bisherigen Versionen Ihrer Dateien nicht, dann findet sich in einem Verzeichnis Ihres Computers vermutlich so etwas wie:

kapitel_1_v1.txt
kapitel_1_v2.txt

kapitel_5_v4.txt

szene_13_v1.doc
szene_13_v2.doc

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Ich habe ja behauptet, ich würde mich kurz fassen. Daher: Es geht um zwei Dinge, nämlich um Versionierung und Sicherung. Ich zeige nun einen Weg, wie man Übersicht über die Versionen behält und wie man seine Dateien sichern kann.

Die Zauberworte: Versionierungstool und Online-Datensicherung

Der Witz dabei ist, dass Sie Ersteres benutzen, um die Kontrolle zu behalten, und Letzeres, um das Repository (also sozusagen die Datenbank, in der die verschiedenen Textversionen gespeichert sind) in einer sicheren Umgebung abzulegen.

Der zweite Witz dabei ist, dass Sie a) die Dateien lokal im Originalformat haben (und, dank Subversion, sogar in allen Versionen), b) dieselben Dateien in ihrem Repository gesichert haben, sodass Sie auch von anderen Rechnern darauf zugreifen können, wenn Sie wollen und c), dass Ihnen die Online-Sicherung ermöglicht, aus der ganzen Welt auf Ihre Daten zuzugreifen.

Genug der Theorie, nun zur Praxis. Ich erkläre in Kochrezeptformat:

1. Beschaffen Sie sich Subversion (im Folgenden SVN). Ist gratis im Sinne der Apache-Lizenz. Pakete finden Sie auf subversion.apache.org. Ich verwende eine Kommandozeilen-Variante für Windows (Vanilla SVN 1.7.8 von WANdisco), Sie können aber zum Beispiel auch auf Tortoise SVN zurückgreifen, das über die Kontext-Menüs im Windows Explorer arbeitet.

2. Beschaffen Sie sich einen Account bei einem Online-Dienst zur Datensicherung. Ich benutze wie gesagt Dropbox.

3. Wichtig beim vorigen Punkt ist, dass Sie über Ihr Filesystem auf diesen Speicherort zugreifen können. Der Dropbox-Client etwa richtet ein Verzeichnis ein, das in einer Windows-Umgebung etwa “C:\Users\MyUser\Dropbox” heißt. Die Dateien in diesem Verzeichnis werden mit dem Online-Speicherort synchronisiert, sobald Sie online sind. Darüber hinaus stehen die Dateien auch im Offline-Modus zur Verfügung.

4. Erstellen Sie über svnadmin ein repository in Ihrem gesicherten Verzeichnis. Zum Beispiel:

svnadmin create c:\Users\MyUser\Dropbox\svn\MyArtRep

5. Erstellen Sie eine lokale Kopie Ihres Repositories. Zum Beispiel:

mkdir c:\Users\MyUser\MyArt

svn checkout file:///Users/MyUser/Dropbox/svn/MyArtRep c:\Users\MyUser\MyArt

Noch eleganter ist es natürlich, wenn auch die lokale Kopie im Dropbox-Ordner liegt. Also

mkdir c:\Users\MyUser\Dropbox\MyArt

svn checkout file:///Users/MyUser/Dropbox/svn/MyArtRep c:\Users\MyUser\Dropbox\MyArt

Sie tun sich damit nicht weh, denn alle Dropbox-Dateien sind ja lokal/offline verfügbar.

Als Antwort sollten Sie “Checked out revision 0.” erhalten. Beachten Sie bitte, dass Sie auf den (sozusagen entfernten) Speicherort als URL zugreifen müssen – also eben file:///…

Warnung: Ändern Sie nie etwas direkt im Repository (also “C:\Users\MyUser\Dropbox\svn\MyArtRep”), indem Sie Dateien dort antasten. Wenn Sie sich mal hinklicken (bitte ohne etwas zu verändern), werden Sie sehen, dass es dort vier Verzeichnisse gibt: conf, db, hooks und locks. Keine direkte Spur von Ihren Dateien. Ein guter Hinweis darauf, dass man manuell da nichts tun soll. Tun Sie es doch, könnten Sie Daten verlieren. Selbiges gilt für das versteckte Verzeichnis .svn in Ihrer lokalen Kopie. Auch dort bitte nichts anrühren. Änderungen sollten nur in der lokalen Kopie, und da auch nur über svn-Befehle passieren.

Auch zu erwähnen: Die Dateien in Ihrer lokalen Kopie (also z.B. “c:\Users\MyUser\MyArt”) sind nicht per se speziell. Es sind noch immer Textdateien oder doc-Files oder Bilder oder was immer. SVN passt nur auf sie auf. Sie können die Dateien beispielsweise jederzeit von dort in ein anderes Verzeichnis wegkopieren, um einen aktuellen “Abzug” zu erhalten.

6. Die Grundvoraussetzungen sind nun gegeben. Jetzt können Sie ans Arbeiten gehen. Erstellen eine Textdatei und speichern Sie sie in Ihrem lokalen Verzeichnis. Zum Beispiel:

c:\Users\MyUser\MyArt\Beste_Kurzgeschichte.txt

oder

c:\Users\MyUser\Dropbox\MyArt\Beste_Kurzgeschichte.txt

7. Merken Sie die Datei nun für die Versionierung vor. Das heißt soviel wie: Die Datei, die ich dir nun nenne, liebes SVN, soll bitte versioniert werden und beim nächsten Check-in dem Repository hinzugefügt werden. Zum Beispiel:

svn add Beste_Kurzgeschichte.txt

Die Antwort von svn:

A         Beste_Kurzgeschichte.txt

Das “A” bedeutet, die Datei ist vorgemerkt. Würde dort, wenn Sie “svn status -v” ausführen, ein “?” stehen, dann wäre svn die Datei unbekannt, also sozusagen ein Fremdling, der es nichts angeht.

8. Wenn Sie für heute fertig mit der Datei sind, checken Sie sie ein:

svn commit Beste_Kurzgeschichte.txt -m “Erster Check-in”

Der Kommentar, den Sie über den Schalter -m eingeben, lässt sich (leider oder zum Glück, wie man es nimmt) nicht verhindern. SVN ist da recht streng.

9. Glückwunsch, Sie haben nun eine versionierte Datei. Über

svn status -v

sehen Sie die aktuelle Version der Datei, über

svn log Beste_Kurzgeschichte.txt

sehen Sie, was Sie bis jetzt mit ihr angestellt haben.

10. Neuer Tag, neue Ideen. Sie öffnen die lokale Datei, ändern was in den ersten drei Sätzen, nehmen etwas raus, was eine Ihrer Figuren gestern noch gesagt hat, Ihnen aber heute zu blöd erscheint, und setzen den Text weiter fort. Sie speichern ab.

Nun hat sich Ihre Datei natürlich verändert.

svn status

oder

svn status -v

zeigt Ihnen bei der betreffenden Datei nun ein großes “M” für “Modified”.

11. Machen Sie wieder ein check-in:

svn ci -m “Beste Kurzgeschichte geändert, Susanne ist nun zurückhaltender”

“ci” ist das Kürzel für den Langbefehl “commit”.

12. Der Befehl

svn status -v

zeigt nun kein “M” mehr, dafür eine um höhere Versionsnummer.

13. Der Befehl

svn log Beste_Kurzgeschichte.txt

zeigt Ihnen wieder, was Sie mit der Datei bis jetzt getan haben.

14. Und

svn diff -r 1 Beste_Kurzgeschichte

gibt an, was Sie im Vergleich zur ersten Version tatsächlich geändert haben. Das funktioniert natürlich nur mit Dateien, die SVN auch lesen kann. Bei Word-Dateien, die zwar auch von SVN versioniert werden können, funktioniert das nicht ganz so – hier kann Tortoise SVN helfen, das bei diff Word öffnet, in dem die zu vergleichenden Versionen im Compare-Modus angezeigt werden.

15. Die Kommandos

svn help

bzw.

svn help [Befehl]

bringen die eine oder andere Erleuchtung.

An dieser Stelle breche ich das Rezept ab, es würde sonst zu weit führen.

Ein paar Dinge möchte ich Ihnen noch nahelegen: Auch wenn es vielleicht nicht so aussehen mag, so habe ich Ihnen in dieser Beschreibung doch nur auf rudimentärer Basis gezeigt, was man mit SVN alles tun kann. SVN ist eigentlich dazu da, die Arbeit von mehreren Menschen an ein und demselben Ding/Projekt zu ermöglichen.

Sollten Sie diese Funktionalität nutzen, indem Sie zum Beispiel mehrere lokale Kopien auf verschiedenen Rechnern haben (die dann wohl nicht im Dropbox-Ordner liegen), dann wird die Sache komplizierter. Dann müssen Sie “svn update” benutzen, um die Dateien in der einen lokalen Kopie auf den (neuesten) Stand zu bringen, den sie in der anderen erzeugt und via “commit” hochgeladen haben. Sollten sich Schiefstände ergeben, weil Sie sowohl hier als auch dort geändert haben, entweder der Vergesslichkeit wegen, oder weil Sie vielleicht zu zweit arbeiten, so können Sie über “svn diff” herausfinden, wie sich die Versionen unterscheiden. Über “svn merge” lassen sich diese Schiefstände dann beheben.

Zusammenfassung

In diesem Artikel habe ich Ihnen eine Möglichkeit gezeigt, Dateien gleichzeitig zu versionieren und online zu sichern. Und das auf recht elegante Weise, wie ich finde. (Der Ehrlichkeit halber sei gesagt: Ich bin nicht der erste, der diese Idee hatte. Suchen Sie im Netz nach “svn dropbox”, um weitere Artikel zu dem Thema zu finden.)

Sollten Sie sich intensiver für SVN interessieren, so lesen Sie bitte das sehr ausführliche SVN-Buch.

Und jetzt mach ich Schluss. Trotz des Sichkurzfassens ist der Artikel ja doch ziemlich lang geraten. Sollten Sie Fragen haben, so schreiben Sie mir bitte – ich werde mich bemühen, sie zu beantworten.

Ihr Lapideus

ps: Wenn Sie sich daran stoßen, dass ich in meinen Artikeln Bilder benutze, die nicht immer etwas mit dem Text zu tun haben, dann bitte ich um Verzeihung. Es ist nur einfach so: Ich liebe expressionistische Malerei und vergöttere die Künstler, die sie erschaffen / erschaffen haben. Punkt.

Der nächste (kürzere, versprochen) Artikel erscheint am Mittwoch, dem 24.4.2013 um 7:15 und beschäftigt sich mit [Vorschläge bitte eintragen].