Pause

Ich mache Pause. Ich betreibe dieses Blog nun seit etwa einem Jahr und bin in einer Sackgasse gelandet. Ich weiß nicht, was ich Ihnen noch erzählen könnte. Habe das Gefühl, leer zu sein.

Bis mir eine Idee kommt, bitte ich Sie um Geduld. Es kann eine Weile dauern. Vielleicht werden sich die Artikel dann nicht mehr hauptsächlich um das Thema Schreiben drehen. Wer weiß.

Ich danke Ihnen für Ihre Treue und Ihr Interesse!

Ihr Lapideus

Twitterhymne

Ich hatte bereits ein paar Absätze geschrieben, in denen ich über Facebook und meinen gelöschten Account philosophiere. Doch auch diese Absätze habe ich gelöscht – darin scheine ich derzeit ganz gut zu sein –, denn ich will ja eigentlich nicht über FB schreiben, sondern vielmehr über Twitter.

Ich mach es überhaupt kurz: Was könnte ich in schnöden Artikelabsätzen schon mehr sagen, als ich es in den kommenden Zeilen tue?

Twitterhymne

Twitter, großartiges Twitter! Du ziehst Menschen an, die etwas zu sagen haben, und sich sogar überlegen, wie sie es sagen! Menschen, die nicht ihre Urlaubsfotos teilen oder wie sie gerade in der Unterhose auf der Veranda stehen.

Twitter, unglaubliches Twitter! Du lässt mir die Freiheit zu folgen, wem ich will, zu finden, wen ich will, zu lesen und zu staunen, worüber ich will.

Twitter, weltoffenes Twitter! Du hast die Hashtags! Du bist Plattform für Revolutionen!

Twitter, ehrenwertes Twitter! Du bist Poesie. Du gibst Raum für wahre Kunst, und zwar nicht zu viel und nicht zu wenig, genau 140 Zeichen, perfekt, was zur Hölle will man mehr, alles andere wäre Schwafelei.

Twitter, sch**ßgutes Twitter! Auch du lässt Schwachsinn zu. Und es ist gut so!

Twitter, liebes Twitter! Du müllst mich nicht mit Werbung zu, du entscheidest nicht für mich, was ich wann lesen möchte, und du kennst die Worte “edge” und “ranking” nur aus einer dunklen Sage.

Twitter, ewig währendes Twitter! Du bist ein Ort, an dem sich Menschen mit denselben Interessen tatsächlich finden und austauschen können. Du bist ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, die nichts mit Zufall zu tun haben.

Twitter, teures Twitter! Du tust (noch) nichts Böses mit meinen Daten, nicht zuletzt, weil du kaum welche hast.

Twitter, beständiges Twitter! Bleib so, wie du warst und beschränk dein API nicht zu sehr.

Wir zwitschern uns!

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint am Mittwoch, dem 7.5.2013 um 7:15

 

Wie sich Textversionen verwalten und sichern lassen

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Umberto BoccioniLa strada entra nella casa / Die Straße dringt in das Haus [Gemeinfrei], via Wikimedia Commons

Ich hatte Sie ja gewarnt: Dieses Mal steht ein Nerd-Thema auf dem Programm. Bevor ich aber ins Detail gehe, möchte ich in meiner Eigenschaft als Gelegenheitsfeigling feststellen, dass ich selbst noch beim Erproben dieser meiner Lösung bin, dass ich mich folglich von jeglicher Schuld freispreche, sollten Sie das hier Beschriebene ausprobieren und dabei auf die eine oder andere Weise scheitern.

Auch vorausschicken möchte ich, dass ich im Rahmen meines Ansatzes Dropbox verwende. Sollten Sie ebenfalls Dropbox benützen wollen, weise ich Sie darauf hin, dass Sie in diesem Fall einen Account anlegen müssen. Ich kann nicht dafür garantieren, was die Leute bei Dropbox mit den hochgeladenen Daten machen oder nicht, dazu lesen Sie bitte deren Datenschutzerklärung. Eine Möglichkeit, um Vorsicht walten zu lassen, wäre Verschlüsselung (z.B. über Truecrypt) – diese Variante werde ich hier aber nicht beschreiben, da zu aufwändig.

Und: Ich erhalte von niemandem Geld, weil ich hier verlinke. Sie können natürlich auf jeden beliebigen Anbieter für Online-Datensicherung zurückgreifen, der Ihnen einfällt. Zur Inspiration ein Link auf Wikipedia. Selbiges gilt auch für Texteditoren, Word-Derivate und Sonstiges. Getestet habe ich jedoch nur die Konfiguration, die ich im Folgenden beschreibe.

Dateiensalat

Nun, endlich, zur Sache. Es geht um die Versionierung von Dateien. Man kann, ob sie es glauben oder nicht, zu diesem Thema ganze Bücher füllen. Das werde ich hier nicht tun. Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.

Ich bin Purist. Um meine Texte zu erstellen, verwende ich am liebsten q10, einen Fullscreen-Editor von Joaquín Bernal (um weitere Programme dieser Art zu finden, geben Sie in Ihrer bevorzugten Suchmaschine einfach “full screen text editor” ein). Und ich speichere die dabei entstehenden Dateien im einfachsten aller Formate ab: als Textfile, Codierung UTF-8.

Nicht, dass Word und Co nicht fantastische Dinge könnten. Auch in Bezug auf die Nachvollziehbarkeit von Änderungen. Doch seien wir uns mal ehrlich: das kann man doch zum Schreiben von Prosa einfach nicht brauchen. Im Gegenteil, Programme wie Word mit all ihrem Schnickschnack lenken ab und beeinträchtigen den kreativen Prozess. Zumindest bei mir ist das so.

Zurück zum Thema. Wenn man viel schreibt (dabei ist es egal, ob man nun eine einzige Datei hat oder viele verschiedene) und wenn man darüber hinaus nicht der Meinung ist, dass gleich beim ersten Wurf alles passt und der Text so stehen gelassen werden kann, wie er ist, dann wird die entsprechende Datei einer großen Zahl von Veränderungen unterliegen. Sie werden mehrere Versionen der Datei haben und die Versionen werden sich unterscheiden.

Wenn es Ihnen geht wie mir, und Sie verwerfen die bisherigen Versionen Ihrer Dateien nicht, dann findet sich in einem Verzeichnis Ihres Computers vermutlich so etwas wie:

kapitel_1_v1.txt
kapitel_1_v2.txt

kapitel_5_v4.txt

szene_13_v1.doc
szene_13_v2.doc

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Ich habe ja behauptet, ich würde mich kurz fassen. Daher: Es geht um zwei Dinge, nämlich um Versionierung und Sicherung. Ich zeige nun einen Weg, wie man Übersicht über die Versionen behält und wie man seine Dateien sichern kann.

Die Zauberworte: Versionierungstool und Online-Datensicherung

Der Witz dabei ist, dass Sie Ersteres benutzen, um die Kontrolle zu behalten, und Letzeres, um das Repository (also sozusagen die Datenbank, in der die verschiedenen Textversionen gespeichert sind) in einer sicheren Umgebung abzulegen.

Der zweite Witz dabei ist, dass Sie a) die Dateien lokal im Originalformat haben (und, dank Subversion, sogar in allen Versionen), b) dieselben Dateien in ihrem Repository gesichert haben, sodass Sie auch von anderen Rechnern darauf zugreifen können, wenn Sie wollen und c), dass Ihnen die Online-Sicherung ermöglicht, aus der ganzen Welt auf Ihre Daten zuzugreifen.

Genug der Theorie, nun zur Praxis. Ich erkläre in Kochrezeptformat:

1. Beschaffen Sie sich Subversion (im Folgenden SVN). Ist gratis im Sinne der Apache-Lizenz. Pakete finden Sie auf subversion.apache.org. Ich verwende eine Kommandozeilen-Variante für Windows (Vanilla SVN 1.7.8 von WANdisco), Sie können aber zum Beispiel auch auf Tortoise SVN zurückgreifen, das über die Kontext-Menüs im Windows Explorer arbeitet.

2. Beschaffen Sie sich einen Account bei einem Online-Dienst zur Datensicherung. Ich benutze wie gesagt Dropbox.

3. Wichtig beim vorigen Punkt ist, dass Sie über Ihr Filesystem auf diesen Speicherort zugreifen können. Der Dropbox-Client etwa richtet ein Verzeichnis ein, das in einer Windows-Umgebung etwa “C:\Users\MyUser\Dropbox” heißt. Die Dateien in diesem Verzeichnis werden mit dem Online-Speicherort synchronisiert, sobald Sie online sind. Darüber hinaus stehen die Dateien auch im Offline-Modus zur Verfügung.

4. Erstellen Sie über svnadmin ein repository in Ihrem gesicherten Verzeichnis. Zum Beispiel:

svnadmin create c:\Users\MyUser\Dropbox\svn\MyArtRep

5. Erstellen Sie eine lokale Kopie Ihres Repositories. Zum Beispiel:

mkdir c:\Users\MyUser\MyArt

svn checkout file:///Users/MyUser/Dropbox/svn/MyArtRep c:\Users\MyUser\MyArt

Noch eleganter ist es natürlich, wenn auch die lokale Kopie im Dropbox-Ordner liegt. Also

mkdir c:\Users\MyUser\Dropbox\MyArt

svn checkout file:///Users/MyUser/Dropbox/svn/MyArtRep c:\Users\MyUser\Dropbox\MyArt

Sie tun sich damit nicht weh, denn alle Dropbox-Dateien sind ja lokal/offline verfügbar.

Als Antwort sollten Sie “Checked out revision 0.” erhalten. Beachten Sie bitte, dass Sie auf den (sozusagen entfernten) Speicherort als URL zugreifen müssen – also eben file:///…

Warnung: Ändern Sie nie etwas direkt im Repository (also “C:\Users\MyUser\Dropbox\svn\MyArtRep”), indem Sie Dateien dort antasten. Wenn Sie sich mal hinklicken (bitte ohne etwas zu verändern), werden Sie sehen, dass es dort vier Verzeichnisse gibt: conf, db, hooks und locks. Keine direkte Spur von Ihren Dateien. Ein guter Hinweis darauf, dass man manuell da nichts tun soll. Tun Sie es doch, könnten Sie Daten verlieren. Selbiges gilt für das versteckte Verzeichnis .svn in Ihrer lokalen Kopie. Auch dort bitte nichts anrühren. Änderungen sollten nur in der lokalen Kopie, und da auch nur über svn-Befehle passieren.

Auch zu erwähnen: Die Dateien in Ihrer lokalen Kopie (also z.B. “c:\Users\MyUser\MyArt”) sind nicht per se speziell. Es sind noch immer Textdateien oder doc-Files oder Bilder oder was immer. SVN passt nur auf sie auf. Sie können die Dateien beispielsweise jederzeit von dort in ein anderes Verzeichnis wegkopieren, um einen aktuellen “Abzug” zu erhalten.

6. Die Grundvoraussetzungen sind nun gegeben. Jetzt können Sie ans Arbeiten gehen. Erstellen eine Textdatei und speichern Sie sie in Ihrem lokalen Verzeichnis. Zum Beispiel:

c:\Users\MyUser\MyArt\Beste_Kurzgeschichte.txt

oder

c:\Users\MyUser\Dropbox\MyArt\Beste_Kurzgeschichte.txt

7. Merken Sie die Datei nun für die Versionierung vor. Das heißt soviel wie: Die Datei, die ich dir nun nenne, liebes SVN, soll bitte versioniert werden und beim nächsten Check-in dem Repository hinzugefügt werden. Zum Beispiel:

svn add Beste_Kurzgeschichte.txt

Die Antwort von svn:

A         Beste_Kurzgeschichte.txt

Das “A” bedeutet, die Datei ist vorgemerkt. Würde dort, wenn Sie “svn status -v” ausführen, ein “?” stehen, dann wäre svn die Datei unbekannt, also sozusagen ein Fremdling, der es nichts angeht.

8. Wenn Sie für heute fertig mit der Datei sind, checken Sie sie ein:

svn commit Beste_Kurzgeschichte.txt -m “Erster Check-in”

Der Kommentar, den Sie über den Schalter -m eingeben, lässt sich (leider oder zum Glück, wie man es nimmt) nicht verhindern. SVN ist da recht streng.

9. Glückwunsch, Sie haben nun eine versionierte Datei. Über

svn status -v

sehen Sie die aktuelle Version der Datei, über

svn log Beste_Kurzgeschichte.txt

sehen Sie, was Sie bis jetzt mit ihr angestellt haben.

10. Neuer Tag, neue Ideen. Sie öffnen die lokale Datei, ändern was in den ersten drei Sätzen, nehmen etwas raus, was eine Ihrer Figuren gestern noch gesagt hat, Ihnen aber heute zu blöd erscheint, und setzen den Text weiter fort. Sie speichern ab.

Nun hat sich Ihre Datei natürlich verändert.

svn status

oder

svn status -v

zeigt Ihnen bei der betreffenden Datei nun ein großes “M” für “Modified”.

11. Machen Sie wieder ein check-in:

svn ci -m “Beste Kurzgeschichte geändert, Susanne ist nun zurückhaltender”

“ci” ist das Kürzel für den Langbefehl “commit”.

12. Der Befehl

svn status -v

zeigt nun kein “M” mehr, dafür eine um höhere Versionsnummer.

13. Der Befehl

svn log Beste_Kurzgeschichte.txt

zeigt Ihnen wieder, was Sie mit der Datei bis jetzt getan haben.

14. Und

svn diff -r 1 Beste_Kurzgeschichte

gibt an, was Sie im Vergleich zur ersten Version tatsächlich geändert haben. Das funktioniert natürlich nur mit Dateien, die SVN auch lesen kann. Bei Word-Dateien, die zwar auch von SVN versioniert werden können, funktioniert das nicht ganz so – hier kann Tortoise SVN helfen, das bei diff Word öffnet, in dem die zu vergleichenden Versionen im Compare-Modus angezeigt werden.

15. Die Kommandos

svn help

bzw.

svn help [Befehl]

bringen die eine oder andere Erleuchtung.

An dieser Stelle breche ich das Rezept ab, es würde sonst zu weit führen.

Ein paar Dinge möchte ich Ihnen noch nahelegen: Auch wenn es vielleicht nicht so aussehen mag, so habe ich Ihnen in dieser Beschreibung doch nur auf rudimentärer Basis gezeigt, was man mit SVN alles tun kann. SVN ist eigentlich dazu da, die Arbeit von mehreren Menschen an ein und demselben Ding/Projekt zu ermöglichen.

Sollten Sie diese Funktionalität nutzen, indem Sie zum Beispiel mehrere lokale Kopien auf verschiedenen Rechnern haben (die dann wohl nicht im Dropbox-Ordner liegen), dann wird die Sache komplizierter. Dann müssen Sie “svn update” benutzen, um die Dateien in der einen lokalen Kopie auf den (neuesten) Stand zu bringen, den sie in der anderen erzeugt und via “commit” hochgeladen haben. Sollten sich Schiefstände ergeben, weil Sie sowohl hier als auch dort geändert haben, entweder der Vergesslichkeit wegen, oder weil Sie vielleicht zu zweit arbeiten, so können Sie über “svn diff” herausfinden, wie sich die Versionen unterscheiden. Über “svn merge” lassen sich diese Schiefstände dann beheben.

Zusammenfassung

In diesem Artikel habe ich Ihnen eine Möglichkeit gezeigt, Dateien gleichzeitig zu versionieren und online zu sichern. Und das auf recht elegante Weise, wie ich finde. (Der Ehrlichkeit halber sei gesagt: Ich bin nicht der erste, der diese Idee hatte. Suchen Sie im Netz nach “svn dropbox”, um weitere Artikel zu dem Thema zu finden.)

Sollten Sie sich intensiver für SVN interessieren, so lesen Sie bitte das sehr ausführliche SVN-Buch.

Und jetzt mach ich Schluss. Trotz des Sichkurzfassens ist der Artikel ja doch ziemlich lang geraten. Sollten Sie Fragen haben, so schreiben Sie mir bitte – ich werde mich bemühen, sie zu beantworten.

Ihr Lapideus

ps: Wenn Sie sich daran stoßen, dass ich in meinen Artikeln Bilder benutze, die nicht immer etwas mit dem Text zu tun haben, dann bitte ich um Verzeihung. Es ist nur einfach so: Ich liebe expressionistische Malerei und vergöttere die Künstler, die sie erschaffen / erschaffen haben. Punkt.

Der nächste (kürzere, versprochen) Artikel erscheint am Mittwoch, dem 24.4.2013 um 7:15 und beschäftigt sich mit [Vorschläge bitte eintragen].

 

Krankheit und Kreativität

gehen einfach nicht zusammen.

Wenn ich krank bin, und sei es nur ein grippaler Infekt, dann krieg ich nichts hin. Dann ist bei mir Sense. Dann reicht mein kreatives Potenzial nur zum Fernsehen. Dann kann ich nur konsumieren. Dann geht mein Hirn nicht aus dem Schlafzimmer raus, selbst wenn der Rest des Körpers Kaffee  oder Tee schlürfend in der Küche hockt. Dann wissen meine Hände nicht weiter. Dann bin ich zu blöd. Dann haben meine Gedanken Stuhlgang. Dann schreibe ich Stuss. Dann mach ich Rechtsschreibfehler. Dann möchte ich am liebsten ein paar Tage überspringen. Dann ärgere ich Sie mit Aufzählungen. Dann zähle ich die Minuten, bis das fiebersenkende Mittel wirkt. Dann nehm ich meine Kinder in den Arm und tröste sie, weil auch sie krank sind. Dann bin ich sowohl ignorant als auch indifferent. Dann stören mich Pleonasmen nicht. Dann sind Orgasmen in weiter Ferne. Dann assoziiere ich bis zu einem Grad, der Ihnen unangenehm werden könnte. Dann sollte ich aufhören.

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Frühling.

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint im Gesundheitsfall am 10.4.2013 um 7:15 und beschäftigt sich aller Voraussicht mit einem Nerd-Thema: Versionierung von Textdateien.

 

Strukturierte Kreativität

Macke_Spaziergänger_am_See_I

August MackeSpaziergänger am See I [Gemeinfrei], via Wikipedia

Ich arbeite an einem Roman. Ende 2013 soll er fertig sein.

Wie sie sich vielleicht vorstellen können, ist mir dieses Vorhaben sehr wichtig. Trotzdem spreche ich nur selten darüber. Und wenn, dann beinahe ausschließlich mit meiner Frau (bis jetzt, zumindest).

Vor ein paar Tagen berichtete ich ihr über den derzeitigen Status meines kleinen Projekts: Dass ich noch immer beim Mindmapping bin, um Informationen über meine Figuren zusammenzutragen. Dass ich angefangen habe, für jede der vier Hauptfiguren Spannungsbögen zu zeichnen, um mir über ihre Stories klar zu werden. Dass ich mir Prämissen überlegt habe, um ein besseres Bild über die Wandlung der Figuren zu erhalten.

Mitten in meiner Aufzählung begann meine Frau zu lachen. Es war Abend, der erste ohne Kinder seit langer Zeit. Wir spazierten gerade den Wiener Ring entlang. Etwas verärgert blieb ich stehen. Ich gebe zu: Beim Thema Schreiben bin ich sensibel. Beinahe verwundbar.

Als sie lächelnd sagte: “Du arbeitest schon wieder so strukturiert. Sogar jetzt, wo du mir darüber erzählst. Ich glaube, du kannst gar nicht anders”, wich der Ärger von meiner Stirn und machte Platz für Grübelfalten.

So strukturiert?

Meine Frau hat recht: ich arbeite strukturiert. Und ja, ich kann nicht anders. Das liegt mir im Blut. Eine technische Ausbildung, ein naturwissenschaftliches Studium und viele Jahre in der IT hinterlassen Spuren. Ob man will oder nicht.

Das war aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass das Buch, das ich schreiben möchte, in keine Kategorie fällt, die nach Struktur schreien würde. Es ist kein Krimi, kein Thriller, keine Fantasy. Es geht einfach nur um Menschen.

Ich fragte mich also, ob ich nicht schon wieder drauf und dran war, mich dem Handwerk unterzuordnen. Mich völlig in Methoden und Techniken zu verfransen. So lange an irgendwelchen Grafiken und Übersichten zu feilen und zu schrauben, bis ich keine Kraft und Lust zum Schreiben mehr habe, bis Kreativität und Spontanität tot in der Grube liegen.

Das Gerüst

Der Zweifel nagte an mir und ich an ihm.

Eine Nacht später tat es meine innere Stimme meinem kleinen Sohn gleich, wenn man ihm die falsche Hose anzieht. Sie schrie: “NEIN, NEIN, NEIN!”

Nein, ich verfranse mich nicht. Nein, ich ordne mich nicht unter. Nein, Kreativität und Spontanität werden nicht zu Grabe getragen.

Alles, was ich mache, ist mir ein Gerüst zu bauen, das es mir überhaupt erst ermöglicht, kreativ zu sein. Ich erzeuge den Rahmen, innerhalb dessen ich mich frei bewegen, mich ausleben kann. Und der mich aufhält, sollte ich mich einmal in eine falsche, zeitraubende Richtung bewegen.

Kurz: Ich schaffe mir eine Arbeitsgrundlage.

Und das ist etwas Gutes, denke ich. Auch dann, wenn das Ergebnis ein Text sein soll, bei dem Zwischenmenschliches im Vordergrund steht.

Vielleicht sogar gerade dann!

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint am Mittwoch, dem 27.3.2013

 

Ich erinnere mich

Es ist Nacht. Meine Frau und meine Kinder schlafen. Das Smartphone, mit dem ich eben noch eine glatte Stunde auf Twitter zugebracht habe, liegt auf meinem Nachttisch. Flugbetriebsmodus.

Ich schließe die Augen.

Die Übung beginnt. Sie heißt: In die Vergangenheit reisen. Versuchen, sich an Momente in seinem Leben zu erinnern, die viele Jahre zurückliegen. Momente, die bereits unendlich fern scheinen.

Zunächst ist da nicht viel. Kurze Blitze in meinem Schädel: Gesichter, Wörter, vielleicht ein paar Geräusche. Sie tauchen vor meinen inneren Sinnen auf, verschwinden wieder, erheben sich erneut. Sie sind unscharf, gedämpft. Als würde ich in einem mit Gelee gefüllten Aquarium sitzen.

Ich konzentriere mich auf einige der Blitze, blende andere aus. Wähle nur die vielversprechenden: zum Beispiel das Jammern eines Kollegen, der nasse Füße hat. Wir stehen auf der Mariahilferstraße in Wien. Es hat geregnet. Seine Schuhsohlen sind aus Leder und haben sich mit Wasser vollgesogen.

Diese Ledersohlen und das Lamentieren rufen mir weitere Bilder in Erinnerung: die Jacken, die wir trugen (wir waren Werber für eine Umweltschutzorganisation). Die plumpe Methode, mit der er Menschen, vornehmlich Frauen, zum Spenden bringen wollte. Sein Name: Fritz. Seine Frisur: viel Haarspray. Sah aus, als hätte er ein dunkelbraunes Brett auf dem Kopf.

Und dann habe ich plötzlich eine ganze Szene vor meinem geistigen Auge. Eine Szene, die sich etwa 1997 zugetragen hat. Diesmal am Graben, bei der Pestsäule. In den Hauptrollen: Der Kollege, ein mit Burgern und Pommes gefülltes Sackerl einer Fast-Food-Kette, das auf dem kleinen Werbetischchen der Umweltschutzorganisation steht, und ein erzürnter Passant, der meint, man könne doch nicht dieses Sackerl auf diesen Tisch stellen, das gehöre sich nicht, immerhin sei die Fast-Food-Kette doch ein ganz großer Umweltsünder und natürlicher Feind unserer Organisation.

Ich erinnere mich, dass mein Kollege furchtbare Angst davor hatte, seinen Job zu verlieren. Er befürchtete, dass der Passant bei der Organisation anrufen und sich beschweren würde. Dass die Organisation wiederum den Chef der Agentur anrufen würde, und dass der Chef am Ende bei ihm, dem Kollegen, anrufen und ihm sagen würde: “Du, ich mag dich, du bist gut, wirklich gut, aber das mit dem Sackerl, du weißt, des geht net. Net bös sein, aber morgen brauchst nimmer kommen.”

Reiseziel

Die Wiener Innenstadt verblasst, genau wie das Gesicht meines Kollegen.

Ich kehre in mein Bett zurück. Es ist dunkel. Meine Frau atmet ruhig und gleichmäßig. Das Babyfon aktiviert sich, verstummt aber gleich wieder – einer meiner Söhne wird sich wohl im Schlaf bewegt haben.

Ich erkenne: Meine Reise trug mich 16 Jahre in die Vergangenheit. In eine Zeit, in der meine Kinder noch nicht einmal ein Gedanke waren. In eine Zeit, von der ich nicht zu hoffen wagte, dass sie noch so viel Platz in meinem Gehirn einnehmen würde.

Und ich bin froh, denn ich will schreiben. Und für jemanden der schreiben möchte, ist ein Kopf voller Erinnerungen Gold wert. Ich kann Menschen, denen ich begegnet bin, in Figuren umwandeln. Ich kann aus Orten, die ich besucht habe, Settings entwerfen. Ich kann vielleicht sogar ganze Szenen dem wahren Leben entnehmen und nach Lust und Laune umschreiben. Oder sie so lassen wie sie sind.

Ich muss nun schlafen gehen. Und morgen Nacht … da werde ich wieder in die Vergangenheit reisen.

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint am 13.3.2013. (Was für ein Datum!)

 

Fortsetzung folgt?

Christian Neumann, der mir bereits vor einigen Wochen in einem Interview Rede und Antwort stand, stellt in diesem Gastartikel seine Ideen für künftige Projekte vor. Und er beschreibt vertraute Probleme: Zeit als ewiger Engpass und die Notwendigkeit der Selektion.

Zwei Bücher geschrieben. Im Eigenverlag veröffentlicht. Jeweils dreistellige Käufer- und Leserzahlen, viel positives Feedback.

Doch was nun?

Das Schreiben ist natürlich immer noch „nur“ ein Hobby, aber die Ansprüche sind inzwischen gestiegen. Nicht die literarischen, weil ich sowieso nur so schreiben kann, wie mir das Hirn gewachsen ist. Und die vielen positiven Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass mein Stil bei ausreichend vielen Leuten so gut ankommt, dass ich mir diesbezüglich keine großen Gedanken machen muss. Immerhin bekomme ich aus irgendeinem Grund nicht nur den Pfarrer, sondern sogar den Erdäpfelbauern authentisch hin.

Kartoffelernte

Max Liebermann (1847-1935) – Kartoffelernte
[Public Domain] via Wikimedia Commons

Die gestiegenen Ansprüche betreffen vielmehr die Zeit. Die Zeit ist wohl für die meisten Hobby- und Nebenerwerbsautoren die knappste Ressource. Bei jedem Buchprojekt kommt früher oder später die Phase, wo man viel Zeit investieren muss, um aus einer guten Idee ein Werk zu schaffen, das auch veröffentlicht werden kann. Dann ist es nicht mehr nur Spaß, sondern eine zeitlang auch richtig Arbeit. Ein notwendiges Übel, das ich bei einem Hobby nur in Kauf nehmen will, wenn ich nachher auch etwas davon habe.

Meine größte Motivation besteht dann in der Aussicht, dass ich die Freude, die ich beim Schreiben habe, mit anderen teilen kann. Das heißt aber auch, dass ich den Schritt vom vagen Projekt zur intensiven Umsetzung nur mehr gehen möchte, wenn die Aussicht auf Fertigstellung halbwegs hoch ist.

Vor diesem Hintergrund ergibt sich für mich die eingangs gestellte Frage: Was nun?

Kein Ideenmangel

Zur Auswahl gäbe es zunächst den spannenden Krimi rund um Kommissar Strohzagl, der im Kleinkunstmillieu von Schleimstätten angesiedelt wäre. Ein Vorteil wäre die vertraute Umgebung der ersten beiden Bücher und der im Grunde schon fertige Plot. Aber einen spannenden Krimi zu schreiben, ist alles andere als banal – ein Krimi braucht Struktur und sehr viel Liebe zum Detail. Diesbezüglich sind meine Ansprüche schon als Leser ziemlich hoch.

Dann gäbe es den (mindestens) dreiteiligen Fantasyschinken mit Prinz Frederick in der Hauptrolle, Arbeitstitel „Thingum“. Das wäre ein herrlicher Abenteuerspielplatz voll abstruser Handlungsfäden. Jedoch: Eine im Fantasy-Genre übliche Menge an Text zu Papier zu bringen benötigt äußerst viel Zeit. Ich bezweifle, dass selbst ein volles Jahr Urlaub für die Umsetzung ausreichen würde.

Oder wie wäre es mit Ftzgrm, dem Sockenzauberer? Der Text zu diesem Kinderbuch ist immerhin schon zu zwei Dritteln fertig. Da wir gerade sehr sehr sehr viele Kinderbücher lesen, fällt die Umsetzung hier etwas leichter als bei den anderen Projekten. Auch wenn bei einem Kinderbuch die Illustrationen nicht zu kurz kommen dürfen, wo ich definitiv auf fremde Hilfe angewiesen bin, bin ich zuversichtlich, dass der Sockenzauberer sein Buch irgendwann bekommen wird. Ich hoffe nur, dass mein Sohn zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind ist. Notfalls kann er das Buch auch gemeinsam mit mir fertig schreiben …

Schließlich könnte ich mich auch der Beschreibung der politisch hochbrisanten Vorgänge in Großpoppen im Waldviertel (Niederösterreich) widmen. Das würde medial selbst Braunschlag weit in den Schatten stellen, könnte mir aber aufgrund der oben erwähnten Brisanz und meiner unten erwähnten Arbeitsstelle Probleme bereiten, an die ich gar nicht zu denken wage! Haus und Hof kosten! Kopf und vielleicht sogar Kragen! Und das wäre erst der Anfang! Ich weiß nicht, ob ich schon bereit bin, für die Kunst ein solches Risiko einzugehen …

Bis zur Konkretisierung des einen oder anderen Projektes – oder der plötzlichen Inspiration zu einem neuen, ganz anderen Thema – arbeite ich an einem medizinischen Fachbuch mit. Das ist zwar nicht ganz so kreativ, hat aber auch seine Vorteile: Erstens finde ich das Thema sehr interessant, zweitens wird das Buch meinen Anspruch auf Fertigstellung sicher erfüllen, und drittens kann ich durch die Beschäftigung mit einem Fachthema sozusagen meine kreativen Batterien aufladen.

Was die schöne Prosa betrifft, ist für mich wenigstens eines keine Frage: Fortsetzung folgt!

Christian Neumann

Christian Neumann (Jahrgang 1974) hat Statistik studiert und übt seinen Beruf im niederösterreichischen Landesdienst aus. Er ist verheiratet, hat ein Kind und folgt damit dem statistischen Trend.

Furunkel im Darm” und “Lagerkoller” von Michel Fleck und Christian Neumann sind im Eigenverlag erschienen. Weitere Informationen finden Sie auf www.lagerkoller.at.

Der nächste Artikel erscheint nächste Woche, und zwar am 27.2.2013.

 

Der Vorleser

Der folgende Artikel wurde bereits auf dem Blog Astrodicticum Simplex veröffentlicht. Ich habe mich dazu entschlossen, ihn zu überarbeiten und noch einmal auf meiner eigenen Seite zu posten, weil ich das Thema gut und wichtig finde. Außerdem finden sich in der ersten Version ein paar Schwächen – vermutlich hatte ich mir den Text nicht oft genug vorgelesen.

Ich gebe zu: Ich mag es, anderen vorzulesen. Das habe ich schon in der Schule gern getan. Das Vorlesen von Texten war eine der wenigen Aufgaben im Deutschunterricht, zu denen ich mich immer freiwillig meldete.

Meine Mitschüler waren allerdings kein besonders gutes Publikum (Sorry, Leute!). Meine beiden Söhne hingegen sind da schon um einiges dankbarer. Der ältere liebt seine Bilderbücher über alles und kann sie gar nicht oft genug vorgelesen bekommen. Einige davon werde ich wohl noch in ein paar Jahren fehlerlos rezitieren können.

Franz Marc - Der tote Spatz

Rudolf Ernst (1854-1932) – Die Vorleserin
[Public Domain] via Wikimedia Commons

Und nun verrate ich Ihnen ein kleines Geheimnis: Auch meiner Frau lese ich vor. Jeden Abend, und das schon seit vielen Jahren. Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich ihr bereits vorgetragen habe. Es müssen wohl einige Dutzend sein.

Aber wie gesagt: Ich tu es gern. Es macht mir Spaß.

Textmelodie

Aber warum ist das so?

Natürlich weil es eine wunderbare soziale Interaktion ist. Doch das ist nicht der einzige Grund. Es geht auch um die Melodie eines Textes. Um seinen Rhythmus. Beides kommt durch lautes Vorlesen so richtig zur Geltung. Der Text wird so zu einem noch intensiveren Erlebnis.

Man ist plötzlich Schauspieler – man spricht Dialoge, als würde man auf der Bühne stehen oder vor einer Kamera. Die Figuren werden lebendiger, der Text erhält eine neue Dimension.

Eigene Texte verbessern

Vorlesen macht aber nicht nur Spaß, es ist auch nützlich. Es kann dazu dienen, die Qualität der eigenen Texte zu erhöhen.

Falls Sie diese Methode noch nicht kennen, schlage ich Ihnen ein Experiment vor: Schreiben Sie einen Text. Überarbeiten Sie ihn, bis er Ihnen stimmig erscheint, und dann lesen Sie ihn. Lesen Sie ihn gründlich.

Zufrieden damit? Gut!

Und jetzt lesen Sie ihn sich selbst laut vor.

Fertig? Dann mal ehrlich: Wie oft sind Sie irgendwo gestolpert, als ob der Text an dieser Stelle ein Schlagloch hätte? Wie oft hatten Sie das Gefühl, dass zwei Sätze sich in ihrem Rhythmus, in ihrer Melodie zu ähnlich sind? Wie oft hatten Sie das Gefühl, dass ein Absatz plötzlich nicht mehr homogen wirkt?

Öfter, als Sie es für möglich gehalten hatten, oder?

Ein wichtiges Werkzeug

Das laute Vorlesen meiner eigenen Texte ist für mich ein unverzichtbares Werkzeug geworden. Ich bin jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie viele Fehler/Schlaglöcher/hässliche Melodien ich finde, obwohl ich bereits der festen Überzeugung war, dass der Text in Ordnung sei.

Die Methode lässt sich übrigens auf jede Art von Text anwenden. Es macht keinen Unterschied, ob es sich um eine Kurzgeschichte, einen Zeitungsartikel oder eine wissenschaftliche Publikation handelt.

Oder um ein Posting wie dieses hier.

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint am 20.2.2013.

 

Twittern Sie auch zu viel?

Franz Marc - Der tote Spatz

Franz Marc (1880-1916) – Der tote Spatz
[Public Domain] via Wikimedia Commons

Obwohl ich bereits seit längerem einen Twitter-Account besitze, habe ich noch nie so viel Zeit auf dieser Plattform verbracht wie in den letzten vier Wochen. Ich bin mir nun sicher: Twitter ist einzigartig.

Auf Twitter kommuniziert man mit Menschen, denen man nie zuvor begegnet ist. Den meisten dieser Menschen wird man vermutlich auch nie begegnen, will sagen: von Angesicht zu Angesicht. Und trotzdem gibt es eine Verbindung mit ihnen.

Es ist nämlich unglaublich leicht, auf Twitter Menschen mit Interessen und Neigungen zu finden, die den eigenen ähnlich sind. Man kann sich austauschen. Man erhält eine Fülle von Informationen – Links auf Zeitungs- und Blogartikel, Vorschläge, Empfehlungen, you name it – die man kaum überschauen kann. Herrlich!

Der Nachteil dabei: Man kann 24/7 twittern (schreibend wie lesend) und bekommt trotzdem nur einen winzigen Bruchteil dessen mit, was so in die Welt hinausgezwitschert wird. Twitter ist ein Fass ohne Boden. Ein großartiges – zugegeben. Doch das ändert nichts an der Sache.

Schreiben

Mein erklärtes Ziel für 2013 ist es noch immer, ein Buch zu schreiben. Nennen wir es von mir aus Roman. Was es am Ende wirklich wird, werden wir sehen.

Der Haken dran ist, dass meine Zeit knapp bemessen ist. Ich bin Ehemann, Vater zweier Söhne und verdiene mein Geld in einem Job, der mit dem Schreiben so viel zu tun hat wie Schneeschaufeln mit dem Anfertigen von Eisskulpturen.

Ich muss also mit meiner Zeit haushalten. Die Zahl der Freiräume, die ich für das Schreiben reservieren kann, ist gering. Ich muss priorisieren.

Und dann kommt Twitter daher, wo Menschen Texte in die Welt pfeifen, denen man sich kaum entziehen kann. Wo Menschen das Schreiben ganz offensichtlich genauso lieben wie man selbst – oder sogar noch mehr.

Notbremse

Im meinem Artikel „Baseball“ habe ich schon einmal ein ähnliches Szenario beschrieben: Meine Schreibzeit war auch damals bedroht worden. Nur, dass der Aggressor eben Baseball war, und nicht Twitter.

Im Unterschied zu Baseball hat Twitter jedoch bereits eine Schlacht gewinnen können. Es hat nämlich in meinem Kopf Fuß gefasst. Ich twittere gern. Es macht mir Spaß. Der Akku meines Smartphones ist schon am Verzweifeln.

Was bleibt mir also? Ich fürchte, ich kann nur die Notbremse ziehen. Gemäßigt, wohlgemerkt. Es soll ja kein voller Stopp werden. Eher eine wohldosierte, aber sehr scharfe Bremsung in Richtung gemächliches Fahren.

Ich werde nur mehr jenen Menschen folgen, die mich wirklich interessieren. Alle anderen muss ich um Verzeihung bitten. Darüber hinaus werde ich nur mehr ein- oder maximal zweimal pro Tag twittern. Anders geht es wohl nicht.

Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich, dann verraten Sie mir bitte, wie Sie sie handhaben. Wie sieht Ihre Lösung aus? Das würde mich wirklich interessieren!

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint am 6.2.2013.