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Brot und Spiele

Wir werden überschwemmt, überflutet. Zugeschüttet mit Informationen, die die Wirklichkeit vernebeln. Mit Bildern, Videos, Ergebnissen, Veranstaltungen, die uns davon abhalten, die wahre Natur der Welt zu sehen und zu verstehen.

Sportveranstaltungen, die lange schon nicht mehr als solche zu bezeichnen sind, lenken uns vom Elend ab, gaukeln uns eine heile Welt vor, die insbesondere dann eine lebenswerte sei, wenn wir die während der Pause angepriesenen Produkte konsumieren.

Sternchen werden ins Rampenlicht gestellt, auf dass sie sich mit allerlei Ungeziefer das von Kaviar verwöhnte Bäuchlein vollschlagen, auf dass sie die daheim vor dem Fernseher Sitzenden belustigen, auf dass man sich über sie blendend amüsieren und sich gut fühlen kann, weil Mutter Erniedrigung ihrem Töchterlein Schadenfreude nur allzu gern über den Kopf streicht.

Fernsehköche braten, kochen, dünsten. Fernsehrichter urteilen, belehren, moralisieren. Fernsehköniginnen kaufen, kaufen, kaufen. Und die Models glauben, sie seien schöne Frauen von Welt, obwohl sie nichts weiter sind als schamlos ausgebeutete magersüchtige Kinder.

Brot und Spiele – das ist die Welt, in der wir leben. Eine ungerechte, und damit unreife Welt.

In der die Reichen reicher werden.
In der die Armen und die Rechtlosen qualvoll sterben.

Ihr Lapideus