Category Archives: Lyrik

Max und Jonas

Max und Jonas waren Kumpel.
Echte Freunde, nicht zu trennen.
Alles machten sie zu zweit,
spielen und um die Wette rennen,
Klaras kleinen Dackel jagen,
blind was am Geräusch erkennen,
hundert dumme Dinge nennen
oder vielleicht mehr.

Eines Tages, es war Frühling,
sagte Max zu Jonas: “Du,
ich glaub ich hab die Klara gern.
Denn mir geht’s schlecht,
ist sie mir fern.
Und wenn sie nah ist,
bin ich froh
und glücklich immerzu.
Sag mir Jonas: Wen magst du?

Jonas, flüsternd: “Ich mag dich, Max.
Wollte es dir immer sagen.
Lieb dich eine Ewigkeit,
hör mein Herz schon lange klagen,
hab den Mut doch nie gefunden,
Angst war mir ein Stein im Magen.
Kannst du was ich sag ertragen
oder vielleicht mehr?

Max ging schweigend aus dem Zimmer,
Jonas blieb allein zurück.
Er hatte Max so schrecklich gern,
Denn ihm ging’s schlecht,
war er ihm fern.
Und wenn Max nah war,
war er froh
und glücklich immerzu.
Sein Herz fragte: Wen magst du?

Jonas zeigte, wie er fühlte,
wollte sich nicht mehr belügen.
Einer sprach: “Gott wird dich strafen,
Sünde nennt sich solch Vergnügen.”
Einer sprach: “Du wirst nie Vater,
dafür kannst du nie genügen.
Musst dich unsren Normen fügen
oder vielleicht mehr.”

Jonas weinte sehr.
Oder vielleicht mehr.

Tage später, es war Abend,
Max bat Jonas, sich zu setzen.
Sagte: “Jonas, bitte glaub mir,
wollte niemals dich verletzen.
Hör nicht drauf was andre sagen,
lass sie sticheln, lass sie hetzen.
Lass dir nicht dein Herz zerfetzen
oder vielleicht mehr.”

Max nahm Jonas’ Hand in seine,
sah ihn an und sagte dann:
“Ich habe dich so schrecklich gern,
denn mir geht’s schlecht,
bist du mir fern.
Und wenn du nah bist,
bin ich froh
und glücklich immerzu.
Der, den ich mag, bist du!”