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The Spring Flower Song

Ein bisschen komme ich zu Kreativem zurück: Ich habe vor einiger Zeit ein Kinderlied geschrieben. Es geht um die Frühlingsblumen, und zwar in englischer Sprache. Benützen Sie es wie Sie wollen, nur nicht kommerziell (CC-BY-NC 4.0):

The Spring Flower Song

Ihr Lapideus

 

Das Unsagbare

Man sieht so viel. Dinge, die man nicht sehen will. Bilder eines Videos zum Beispiel, die Unmenschlichkeit bezeugen. Unfassbare Unmenschlichkeit, auch wenn es fassbare nicht geben kann und darf.

Das Video, von dem ich spreche, zeigt die Verbrennung von vier Männern. An Händen und Füßen aufgehängt, Gesicht nach unten, in Brand gesteckt.

Ich konnte mir das Video nicht ansehen. Die Standbilder waren genug. Sie haben sich in mein Hirn eingebrannt, im wahrsten Sinne. Genau das, was die Mörder erreichen wollten.

Die Bilder repräsentieren für mich all das, wozu der Mensch fähig ist. All das Unsagbare, das vor achtzig Jahren seine furchtbare Kulmination gefunden hat und das nur in seiner Größenordnung schwankt, aber niemals aufhören wird.

Der Mensch kann liebend und mitfühlend sein. Ja. Aber ich frage mich, ob er nicht im Grunde eine Bestie ist. Reicht es doch, dass er sich im Recht glaubt oder von einer höheren Macht berufen, um zu allem fähig zu sein.

Ihr Lapideus

 

 

 

I wü

I wü so vü, so vü wü i,
i pack’s nimma, wie vü i wü.
I mecht a Auto oda zwa,
a großes Haus, des mecht i a.
A Frau, an Hund, a gscheides Kind,
an Post’n, dea a Knedl bringt.
Mei Weinfassl, des waa nie laa,
mei Pnö hätt imma zwa, drei bar.
Und denk’n tat i nimmamehr,
weu des mocht des Leb’n schwer.

I glaub, heit wü i nua mehr schlof’n,
auf muagn kann ma imma hoff’n.
Vielleicht foit ma dann wos Neiches ein,
weu des Woll’n, des muass jo sein.

Der eitle Veganer

Variationen des Satzes “Vegan, des is der Trend do der neiche, oda?” sind mir in letzer Zeit nicht unhäufig untergekommen. Ich muss zugeben, dass der erste Impuls, der zumindest mich durchzuckte, ein eitler war. Wer wagte es, eine Sache, die mich in den letzten zwei Jahren intensiv beschäftigt und – ja – definiert hatte, und die mir und vielen anderen wirklich wichtig war, als bloßen Trend abzutun?

Der Impuls flitzte in mir herum, hob meine Herzfrequenz um ein paar Schläge pro Minute, versandete dann aber doch noch irgendwann im Meer der Befindlichkeiten – zum Glück. An die Stelle des Impulses trat die Vernunft.

Sie sagte: “Sei nicht deppert. Es ist gut, wenn Veganismus eine Zeit lang zum Trend wird. Auch wenn sein Dasein als Trend einigen Menschen die Möglichkeit bieten wird, ihn sogar noch mehr herabzuwürdigen, als sie es vorher schon getan haben. Auch, dass Trends immer von geringer Dauer sind und die Welt noch nie wesentlich verändert haben, tut nichts zur Sache.

Auf den steten Tropfen kommt es an! Und auch ein Trend ist solch ein Tropfen. Er kann bewirken, dass das Thema Tierethik und die Organisationen, die sich damit beschäftigen, wieder ein Stück weit ins öffentliche Interesse rücken. Es könnte sogar sein, dass dank dieses Trends ein paar Tiere (sei es aufgrund der geringeren Nachfrage oder der vermehrten Berichterstattung) plötzlich unter etwas besseren Bedingungen oder wenigstens ein paar Tage länger leben dürfen. Und – egoistische Gedanken müssen erlaubt sein – ein paar neue vegane Produkte werden ganz sicher auch dabei herausschauen.

Was aber am allerwichtigsten ist: Veganismus als Trend wird bei einigen Menschen Großes bewirken. Sie werden sich Bücher zum Thema Veganismus kaufen. Sie werden erkennen, dass es dabei um mehr geht, als nur um einen niedrigen Blutdruck und weniger Cholesterin im Körper. Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand blicken. Und sie werden ihr Leben vielleicht grundlegend ändern. Ergo: Es lebe der Trend!”

So sprach die Vernunft. Ich mag sie.

Ihr Lapideus