Twitterhymne

Ich hatte bereits ein paar Absätze geschrieben, in denen ich über Facebook und meinen gelöschten Account philosophiere. Doch auch diese Absätze habe ich gelöscht – darin scheine ich derzeit ganz gut zu sein –, denn ich will ja eigentlich nicht über FB schreiben, sondern vielmehr über Twitter.

Ich mach es überhaupt kurz: Was könnte ich in schnöden Artikelabsätzen schon mehr sagen, als ich es in den kommenden Zeilen tue?

Twitterhymne

Twitter, großartiges Twitter! Du ziehst Menschen an, die etwas zu sagen haben, und sich sogar überlegen, wie sie es sagen! Menschen, die nicht ihre Urlaubsfotos teilen oder wie sie gerade in der Unterhose auf der Veranda stehen.

Twitter, unglaubliches Twitter! Du lässt mir die Freiheit zu folgen, wem ich will, zu finden, wen ich will, zu lesen und zu staunen, worüber ich will.

Twitter, weltoffenes Twitter! Du hast die Hashtags! Du bist Plattform für Revolutionen!

Twitter, ehrenwertes Twitter! Du bist Poesie. Du gibst Raum für wahre Kunst, und zwar nicht zu viel und nicht zu wenig, genau 140 Zeichen, perfekt, was zur Hölle will man mehr, alles andere wäre Schwafelei.

Twitter, sch**ßgutes Twitter! Auch du lässt Schwachsinn zu. Und es ist gut so!

Twitter, liebes Twitter! Du müllst mich nicht mit Werbung zu, du entscheidest nicht für mich, was ich wann lesen möchte, und du kennst die Worte “edge” und “ranking” nur aus einer dunklen Sage.

Twitter, ewig währendes Twitter! Du bist ein Ort, an dem sich Menschen mit denselben Interessen tatsächlich finden und austauschen können. Du bist ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, die nichts mit Zufall zu tun haben.

Twitter, teures Twitter! Du tust (noch) nichts Böses mit meinen Daten, nicht zuletzt, weil du kaum welche hast.

Twitter, beständiges Twitter! Bleib so, wie du warst und beschränk dein API nicht zu sehr.

Wir zwitschern uns!

Ihr Lapideus

Der nächste Artikel erscheint am Mittwoch, dem 7.5.2013 um 7:15

 

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